Bei der Taumelscheibendrehung (virtuell oder real) geht es darum die Blätter möglichst exakt zum richtigen Zeitpunkt anzusteuern.
Die Blätter sollten ziemlich genau 90° bevor sie die zu steuernde Richtung erreichen schon den entsprechenden Pitch haben. Woran das genau liegt weiss ich nicht. Die 90° können glaub ich auch je nach Heli etwas variieren.
Wenn dies nun nicht gegeben ist, drückst du z.B. Nick und der Heli rollt dabei noch ein bisschen, obwohl die Taumelscheibe wirklich nur nach vorne steuert.
Ein Sender im für mich bezahlbaren Bereich hab ich mit dieser Funktion leider noch nicht gesehen...
Wenn man einen Mehrblattkopf fliegt ist eine virtuelle Drehung meistens auch nötig. V-Stabi und Co können das, weil man die Servoposition einzeln einstellen kann.
also sollen unerwünschte Zusatzsteuerbewegungen über diese Funktion ausgeblendet werden, wenn ich das richtig verstehe. Wenn ich Nick drücke soll auch nur (saubere Knüppelführung hier mal vorausgesetzt) nur Nick gesteuert werden und nicht Roll einfließen.
So gesehen eine feine Sache, leider auf der MX 12 nicht verfügbar.
Aber so weiß man wenigstens schon einmal was das ist.
Danke für Deine Antwort
Gruß
Michael
P.S.: Besteht die Chance wenn es zum Treffen in Karlsruhe kommt, das Du dabei bist? Würde ich mich sehr drüber freuen. Natürlich nur wenn es Deine Zeit zulässt. Du scheinst ja im Moment in irgendwelchen Klausuren zu stecken. Solche Zeiten sind ja für irgendwelche Treffen eher kontraproduktiv.
Hall zusammen,
etwas background zur virtuellen Taumelscheibendrehung:
Da gibt es doch den berühmten Versuch mit dem rotierenden Fahrrad-Rad als Kreisel, das wenn man es in einer Ebene kippen will in einer um 90° versetzten Ebene reagiert.
Da ein Rotor auch ein Kreisel ist, reagiert er natürlich genauso. Der Phasenwinkel (also der Winkel um den man den Rotor vorher ansteuern muss ist 90°-alpha, wobei alpha vom Rotor, genaugenommen vom Schlaggelenksabstand der Rotorblätter abhängt. Bei unseren Rotoren mit Bell/Hiller-Paddel ist alpha ~0°. der Phasenwinkel ist also 90°. D.h. wenn man eine reine Nicksteuereingabe haben will, muss man das Rotorblatt bereits 90° bevor es die vordere bzw hintere Position erreicht hat ansteuern.
Je größer der Scvhlaggelenksabstand (= je starrer das Rotorsystem) umso größer wird alpha, umso kleiner wird also der Phasenwinkel.
Damit man keine "Mischsteuerreaktionen" bekommt, ist also bei manchen Rotorsystemen eine Drehung der Taumelscheibe, entweder mechanisch oder elektronisch, notwendig.
P.S.: Schlaggelenksabstand = der Abstand des Puntes von der Rotorachse (real oder fiktiv) um den das Rotorblatt "schlägt", sich also auf und ab bewegt.
hatte insgeheim auch auf ein Statement von Dir gehofft. Ist dann die Aussage vorher von mir richtig gewesen, also reiner Zweck der Drehung sind die sauberen unverfälschten Steuerkommandos?
Danke in jedem Fall, für Deinen ausführlichen und wie gewohnt fachlich versierten Kommentar.
habe gerade in der neuen ROTOR-Ausgabe etwas darüber gelesen (Seite 30/31). Es müßte lt. den Schreibern auch mit der MX-12 eine Taumelscheibendrehung möglich sein - und zwar mit den zwei freien Mischern. Auf einen wird Nick auf Roll, auf den anderen Roll auf Nick gemischt. Die zu mischenden Werte müssen dabei immer identisch sein. Bei einer Mischung von 100% soll die Taumelscheibe dann auf 45° verdreht sein, kann aber vom thoretischen Wert abweichen und muß durch Erfliegen nachkorrigiert werden.
Näheres dazu, wie oben schon erwähnt, in der ROTOR Heft Juni 2008.
Der sehr gute Comic-Strip von Eurocopter erklärt unter anderem dieses Phänomen der Phasenverschiebung. Dort wird das ein "System zweiter Ordnung" genannt.
Ich kann diesen Comic nur jedem empfehlen, der sich auch nur ein klein wenig für die Flugphysik von Helis interessiert, das ist so gut gemacht daß man das meiste auch ohne tiefere Physik-Kenntnisse verstehen kann.
Manchmal kann eine virtuelle Drehung nötig sein, wenn die Mechanik es erfordert, zB Scale Mehrblattköpfe (ohne hiller, sondern rigid).
Wenn zB der Anlenkpunkt eines Blattes an der TS nicht mehr 90° zum Blatt liegt, sondern unter einem kleineren Winkel (aus mechanischen Gründen bei >2 Blätter), dann muß man die Anlenkung in der Phase drehen.