@Korso: Japp, Kumpel war beim Bund im "Blattshop". Ist die Abteilung, die die Rotorblätter demontiert und gewartet hatte. Der durfte nix ohne authorisierte Vorgesetzte machen. Nicht nur, dass man beim Bund mit der Befehl-Gehorsam-Struktur ackert, nein, das machen die auch im Zivilen so pingelig. Ist aber auch irgendwie logisch. Erstmal bestehen die aus einem unwahrscheinlichen Berg an Einzelteilen und dann ist´s auch noch komplex in seiner Funktionsweise. Da können wir an einem Modellheli echt froh sein, dass wir mit einem grossen und einer handvoll kleiner Ritzel fliegen können. Das schlägt sich leider auch im Preis nieder. Für einen echten Bell Jet Ranger können wir locker ganz Köln mit DF36 versorgen oder ganz Berlin mit DF4...^^
Das Teure ist nicht die Präzision oder die besondere Stabilität der Teile. Kann manchmal sein, dass ein popeliger Bolzen, der sonst für 2€ bei Conrad.de über´n Bestellschein geht im Flugzeugbau mal eben das 20fache kostet. Es sind die Tests und Prüfverfahren, die es so teuer machen.
Als ich im Zivildienst war, "durfte" ich u.a. den Müll vom Helihangar abholen (mit Elektrokuffi wie vom Bahnhof). Der Heli war ständig am Kabel, überwacht bis Meppen und ständig ein Techniker am Fuchteln (die fliegen in Sanderbuch übrigens BK117). Bin nicht der Fachmann und hatte leider nicht immer die Zeit, Fragen dort zu stellen (meist waren die eh unterwegs, ADAC Christopher eben, immer im Einsatz).
Anfang der 90er ist denen ein Heli direkt auf dem Landeplatz explodiert. Der ist lediglich ca. 40 - 50m vom Krankenhaus entfernt (zur "Freude" der Patienten). Nach einem Einsatz sind die gelandet und alles lief normal. Plötzlich kam Rauch und nach dem Rauch die Flammen. Binnen Sekunden war nix mehr zu machen. Kurz danach hat´s gescheppert. Bei Einsätzen im Stadtgebiet touschieren die öfter mal die Baumspitzen.
Wenn man mal schaut, WO Helis eingesetzt werden, bin ich schon recht froh, dass da so viel Sicherheitskram dranhängt. Flugzeuge fliegen meist in sicherer Höhe, können noch segeln, bzw. befinden sich kaum über Städte. Hubschrauber hingegen können morgen schon bei Dir über´n Vorgarten schweben, um Blindgänger des WWII zu suchen, Kranke oder Verletzte von der nächsten Strasse zu picken oder mitten im Stadtverkehr ein Bautteil auf ein Hochhaus manövrieren (wo der Kran nicht hinkommt). Kran ist das Stichwort. Wie oft kreisen die über einem, weil sie was Schweres aufstellen/abholen oder einfach nur in Position halten müssen? Denk mal dran, wieviele Helis sich über einer Grosstadt befinden (ADAC, SAR/Bund, Presse, Polizei, BGS).
Da ich hier an der Nordseeküste hocke, fällt mir persönlich noch der "Offshore-Heli" ein. Normale Helis haben eine Turbine. Der Grossteil hier fliegt mit zwei Turbinen. Ist keine Protzerei, sondern Vorschrift. Die haben die Auflage, dass bei einem Turbinenausfall automatisch die zweite die Arbeit übernimmt und was noch krasser ist: Die müssen das ohne Höhenverlust können. Die schleppen im Prinzip eine Turbine nur als Ballast mit, wenn man so will. Stell Dir vor, Du würdest am T-Rex einen zweiten Brushless für schlechte Zeiten mitschlurren...^^
Oh man, wir reden hier immer vielzuviel über technisches Geschnörkel und vvvvviiiiieeeeeeeeeelllllllllllllllllllllll zu wenig über deren Vorbilder. Immerhin fliegt man ja nicht einfach einen DF4/5/22/35/36/45/0815 von Walkera. Gut, ich hab auch an keinen Jet Ranger gedacht, wenn der DF4 abschmierte, nur es sind doch eben unsere wirklichen Idole und Vorbilder. Wer wäre nicht darauf geil, mal im Cockpit zu sitzen oder gar mal im Flug übernehmen zu dürfen?
