Nee, es sind nicht 12 - weiß ich auch. Aber Videos dieser Art gibbes wie Sand am Meer. Sag mir nur einen Heli, wo keiner was dran macht, weil es nix zu verbessern gäbe. Aber hier beim Notos wird erstmal gelästert, was das für ein drittklassiger Heli ist. Dabei habe ich auch nichts anderes als das gemacht, was alle tun: Vorhandene Schwachstellen ausgebessert, die irgendwo JEDER Heli nunmal hat. Allerdings mit einem für mich maßgeblichen Unterschied: das Konzept passt. Da lohnt es sich.
Und ich erinnere dran, dass ich selber wenigstens 3 Align-Hecks, 1 ARK-Heck, 1 Walkera-Heck, 1 CNC-Deluxe-Heck und ein sündhaft teueres Noname-Heck habe - von dem halben CopterX-Heck reden wir gar nicht erst. Und kein Scheiß, das Notos-Heck ist das einzige, das mir taugt. In die Anderen hatte ich viel Zeit und Geld investiert - allein, genutzt hatte es leider nichts.
Denn ich kann es nicht oft genug sagen: Wenn das Konzept stimmt, dann sind solche Lapalien wie krumme Welle oder verbohrte Naben nicht wirklich ein Problem. Aber bei allen anderen Hecks, die ich bisher hatte, ist das Grundkonzept zumindest Grenzwertig. Ich dachte, die würden bei Align endlich mal davon Abstand nehmen, ihere Heckkugellager so zu quälen oder wenigesten wieder eine symmetriche Pitchhülsenanlenkung zu verkaufen. Nun, als ich das Video sah, wusste ich, dass dem nicht so ist. Die ganze Fliehkraft hängt an den beiden Kugelkäfigen UND sogar noch die Montagekräfte. Richtig ist aber (wenn man schon keine Drucklager nimmt), dass der Bund im Blatthalter ZWISCHEN den beiden Lagern liegt, der Distanzring maximal so dick wie die inneren Lagerringe ist und lediglich einen Hauch schmäler wie der Bund ist. Dann kann man die inneren Lagerringe nämlich ganz normal festziehen, ohne dass man riskiert, die Lager zu zerbröseln, wie man es im Video gewarnt hatte.
Man kann es aber auch kürzer sagen: Wenn ein Heck so ausgeführt wird, wie beim Notos und wenn überdies die Fertigungsqualität noch den Anforderungen entspricht, kann man es nicht mehr besser machen.
Beim Notos muss man halt bei der Präzision noch ein bissl nachhelfen. Aber das ist allemal "möglicher", als wenn das ganze Konzept der Heckanlenkung nicht passt. Dann kannste es schlicht knicken.
Nun noch ein Wort zu den PMGs in dem Video: Ich hab zwar noch nicht ganz gerafft, was genau der da gemacht hatte, aber es war meiner Meinung nach Fall zuviel. Wenn das System in der eingelenkten Stellung verharrt, dann hat der Gyro und das Servo erneut ein Problem: Der deutlich höhere Widerstand bei den schnellen Bewegungen.
Das Problem ist Folgendes: Wenn man die PBGs so groß auslegt, dass sich die Kräfte neutralisieren (man kann es sogar so weit erhöhen, dass das Heck in die Endlagen schnappt!), dann entwickeln die Gegengewichte eine zusätzliche Rotationsträgheit, mit der das Servo schwer zu kämpfen hat. Das können wir von Hand nur bedingt nachstellen (im Gegensatz zu den statischen Kräften ohne PMGs), da die Kräfte im Quadrat zur Auslenkungsbeschleunigung anwachsen. Und ein Servo reagiert nunmal weit schneller, als wir es von Hand je könnten. Doch sollte der Effekt bei großen Helis auch von Hand feststellbar sein, schwer zu sagen. Zumindest sieht man im Video, dass die Waage deutlich ausschlägt, wenn er das Heck in eine andere Position bewegt. Sobald er ruhig hält, geht auch die Kraft wieder zurück. Aber genau das ist eben suboptimal. Es mag jetzt widersprüchlich scheinen, aber es ist besser, das Heckservo mit statischen Belastungen zu traktieren, solange die innerhalb der Specs liegen, als ihm genau das zu erschweren, was es am häufigsten tun muss und was am Wichtigsten ist: schnell in die vom Gyro gewünschte Position zu kommen. Dabei sind besonders die häufigen und von uns oft unbemerkten kleinen Korrekturen gemeint, um das Heck auf Position zu halten. Genau da wirken überdimensionierte PMGs am schädlichsten.
Also: je größer das PMG ausgelegt wird, desto leichter kann das Servo eine Position halten. Aber gleichzeitig wächst auch das Bestreben des Heckpropellers, eine einmal eingenommene Position beizubehalten. Dazu kommt dann noch die größere Masse des Hecks als solche, die vom Propeller beschleunigt werden muss, was vom Gyro erst recht nicht besonders begrüßt wird.
Die PMGs, die ich weiter oben für den Notos beschrieben habe, scheinen recht klein zu sein. Aber selbst dieses Bisschen sorgt schon für deutliche Entlastung! Und ich vermute stark, dass nun auch die dynamische Trägheit - von mir unbemerkt - zugenommen hat. Schwer zu sagen, wie viel. Dazu müsste ein Physiker ran, der das berechnen kann (was imho durchaus möglich sein sollte). In der Praxis ist es halt so, dass das heck das tut, was es soll. Es steht und ich kann im Normalmodus voll Pitchen, ohne besonderes Eigenleben meines Hecks fürchten zu müssen. Das war und ist ja auch das Ziel.
Nachtrag: Einfach das 600er-Heck-Video auch angucken, dort sieht man eindrucksvoll, dass selbst bei gemächlichen Bewegungen schon über 5N erforderlich sind. Ich hatte also wenihgstens schonmal nicht ganz verkehrt vermutet. Das Servo beschleunigt da jedenfalls um Größenordnungen schneller, was da nun an Kräften nötig ist, kann man nur vermuten. Sicherlich jedoch dürfte es genug sein, um das Servo erheblich am schnellen Ausführen der geforderten Bewegungen zu hindern.
Bezeichnend scheint auch, dass von keiner seiner gezeigten Maßnahmen wenigstens ein Video auf dem Drehteller zu sehen ist. man kann also nur vermuten, wie sich das, was er da auf dem Versuchsstand zelebriert, in der Praxis tatsächlich auswirkt.
Aber interessant ist es trotzdem allemal.
