Exakt DAS ist genau der Part, wo ich 2-3 Tage vorher schon sagte: da musst du ein bisschen auch alleine durch: mit viel experimentellem Willen, hingebungsvoller Beobachtungsgabe und gelegentlich auch mal Mut zur Lücke.
Trotzdem nochmal zu der Sache mit dem Pitch:
Zunächst mal immer hübbsch aufpassen, dass man nicht versehentlich Pitchkurve mit der Gaskurve verwechselt! Die beiden sind zwar stets miteinander verbandelt, aber trotzdem sind das 2erlei paar Stiefel.
Ich habe ein bisschen den Verdacht, dass du uns eben deine Gaskurve durchgegeben hattest, da möchte ich wetten.
Ferner: Der Tip von Kraftei ist selbstverständlich legitim, doch würde ich - bezugnehmend deiner DF4-Aktivitäten - die Sache noch deutlicher entschärfen. Und das geht am einfachsten, indem man zunächst ein ganz normales Setup einproggelt, und hernach schlicht den untersten Wert der Pitchkurve auf etwa Mitte, oder sogar noch ein Stückchen weiter anhebt.
Ich verwende mal Krafteis Beispiel, "lösche" aber die Punkte 2 und 4, was in meiner Funke auch problemlos geht. Falls das bei dir nicht so gehen sollte, musst du die zusätzlichen Punkte eben entsprechend positionieren, dass es wieder passt. Also:
1...3...5 = 0...50...100 im Normalfall. Und nun..
1...3...5 = 50...50...100 ! Das bewirkt nun, dass dein Pitch bei der Hälfte einfach stehen bleibt! Da magst du nun den Stick im Bauchnabel eingraben vor Schreck, der Pitch wird nie so fies sein, dass er deinen Heli zerdatschen kann. Ist doch cool, oder?
Es ist nun einfach an dir, herauszufinden, wo genau der Punkt ist, wo der heli gradenoch so am Boden stehen bleibrt, ohne wegzurutschen oder gar schon abzuheben. Wenn du den gefunden hast, gleichst du ggf. noch
die Punkte 2 und 4 an und voila, das wars.
Wenn du dann mal nach draußen gehen solltest, empfielt es sich, den unteren Grenzwert sukzessive wieder zu senken, so dass du deinen Heli auch wieder herunterbekommst, ohne eine halbe Stunde warten zu müssen.
Also: im Grunde ist das Setup unverändert und sozusagen "vorschriftsmäßig", du hast nur einen momentan noch kritischen Bereich temporär abgezwackt und deaktiviert. Und das mit einem Handgriff! Denn es ginge freilich auch noch anders, aber das wäre alles viel umständlicher, weil du dazu fast immer alle 3 Servos einzeln ansprechen müsstest. Viiiel zu umständlich.
Expo: Das ist nichts anderes, als dass deine Servos nicht mehr gleichmäßig deinem Knüppel folgen, sondern mit zunehmend steigenden Werten in der Mitte immer langsamer werden, sprich, du kannst immer feinfühliger werden um die Mittenlage herum. Aber vorsicht: je weiter du den Expo aufdrehst, desto schärfer beißt das Servo in den Endlagen zu! Wie so oft, ist mal wieder die Dosis das Entscheidende.
DualRate: Das ist der kleine Bruder vom Expo, da er auch versucht, dir das Steuern zu erleichtern, nur anders: Du beginnst bei 100%, was keiner Änderung entspricht. Bei 50% Dualrate hast du nur noch 50% des ursprünglichen Ausschlags am Servo und entsprechend feinfühliger reagiert es auch - diesmal jedoch ÜBERALL!
Linearisierung: Dazu ist Expo gut geeignet. Aufgrund der Tatsache, dass eine Übersetzung einer Kreisbahn in eine Linearbewegung zwangsläufig eine nichtlineare Komponente enthalten ist, trifft es sich gut, dass eine Expo-Kurve genau das Gegenteil macht und bei entsprechender Wertwahl die beiden sich fast genau gegenseitig aufheben. Am Ende hast du eine Steuerbewegung, wo die TS (nicht mehr das Servo, Achtung!) deinem Knüppel exakt und stets gleichbleibend folgt. Als Anhaltspunkt sind etwa 15-20% zu nennen und dann individuell anzupassen.
Im Anfängerfall empfielt es sich jedoch, ruhig mehr zu geben und bei etwa 30% zu beginnen. Oft reicht das schon, eine weitere Dualrate ist nicht notwendig. Falls der heli immer noch zu sensibel sein sollte, sollte nun mit Dualrate weiter entschärft werden. Nicht mehr mit Expo, da sonst der Übergang zu den heftigen Endlagen beim Korrigieren zu giftig werden würde.
Bei der Programmierung kannst du EXPO und auch DR beliebig mit Schaltern verknüpfen, selbstverstündlich auch mit deinem Flugfasenschalter. Ich empfehle jedoch dringend am Anfang von einer differierenden Flugzustandsprogrammierung auf dem Schalter abstand zu nehmen!
Der Flugphasenschalter sollte am Anfang nur eins tun: Den Motor hochfahren und dann umschalten in die Flugposition.
Alles andere irritiert jetzt am Anfang nur. Später kannst du dir imer noch verschiedene Setups erfliegen und entsprechend abspeichern, doch jetzt wär's besser, du konzentrierst dich nur auf eins: EIN Setup, das dir taugt und das nun kontinuierlich an deine wachsenden Fähigleiten angepasst wird.
Achsoja: die Sache mit dem Pitch und dem Expo und so weiter kannst und sollst du trocken üben. Spiele da mal ordentlich damit rum und versuche die Möglichkeiten zu sehen, die sichg dir dabei eröffnen. Du wirst Augen machen, versprohen!
