Okke Dillen hat geschrieben:
nabendsen,
endlich mal 'n fachmann! ich habs mehr mit der meßtechnik...
ejal! von hf-technik ist noch genug hängen geblieben, daß mir die widersprüchlichkeit des phänomens und der lehre durchaus bewußt ist. das machts aber nicht gerade leichter

das verblüffende ist ja die regelmäßigkeit der "gefühlten" verbesserung unabhängig von lehr-konformität und wiederholgenauigkeit der baulichen ausführung.

meine 4 antennen sind alle unterschiedlich in länge und wdgszahl und funzen alle einwandfrei! ich glaube jedoch feststellen zu können, daß kürzere wickel mit längerer freier drahtlänge wider erwarten störanfälliger sind als längere wickel und kürzere freie drahtlänge. reichweitenprobleme gabs auch nicht, im gegenteil: der bodentest hat nach 300m immer noch, nicht nur einwandfrei, sondern überhaupt noch funktioniert (ppm - nicht pcm!). mit anderen, möglichst klassischen verlegevarianten hatte ich durchweg schlechtere ergebnisse.
das ist schon sonderbar, ich verstehs nicht

aber wenns scheeeeeh macht

könnte der wickel nicht doch irgendwie als spule wirken statt einfach nur als "dead end"? mit einer womöglich kugelähnlicheren abstrahlcharakteristik als die eher tellerartige einer stabantenne? filtert die spule etwa zufällig die hochfrequenten störanteile der restelektronik, die auch in den empf spucken können? was hat die Z-förmige drahtführung unter der spule für nen einfluß? hat sie? verschiebt sie nur das signal-rauschverhältnis zugunsten des nutzsignals unter gleichzeitiger, aber relativ unwichtiger abschwächung des gesamtsignals?
irgendetwas prinzipielles muß dort stattfinden, aber was?

erklär doch mal bitte :quengel:
viele grüße und störfrei!!
o.d.

Hallo o.d.,
jaja, das Problem der Reproduzierbarkeit, das ist nicht so einfach. Ok, zwischen ganz schlecht und ganz gut erkennt man es natürlich leicht. Aber wir bewegen uns eher im Bereich der kleinen Änderungen, den wir wollen ja ein prinzipiell funktionierendes System optimieren.
Der einzig gescheite Weg ist ein Testaufbau mit einem definierten Platz für die Antennen und eine störungsfreie Umgebung. Dann müsste man im Empfänger das Signal nach Verstärkung und Filterung und vor der Dekodierung mit einem Spektrumanalysator messen. So kann man für die verschiedenen Antennentypen Signalstärke und bei abgeschaltetem Sender z.B. die Störung des Motors bewerten. Ohne Sender den Motor laufen lassen? Gut, also noch ein Testaufbau. Wie man sieht, ist die Methode sehr einfach und steht auf jedem Flugplatz zur Verfügung.
Spaß beiseite und zurück zu den Erklärungsversuchen (mehr ist es ja ohne Messung nicht) zu deinen Antennen. An eine Richtwirkung glaube ich nicht. Bei 35 oder 40MHz und der typischen Antennenlänge liegt man immer unter lambda/4 von ca. 2m. Es handelt sich als um eine sogenannte kurze Antenne, welche sich kaum von einer Stabantenne unterscheidet. Die Windungen im aufgewickelten Teil sind gegenüber der Wellenlänge winzig, d.h. wieder keine Richtwirkung. Was sich ändert ist der Durchmesser der Antenne und damit die Impedanz. Zusammen mit der Eingangsimpedanz des Empfängers könnte sich schon ein Unterschied ergeben, denn jetzt wird es frequenzabhängig.
Da frage ich mich, wie gut das Quarzfilter im Empfänger arbeitet. Also nehmen wir an, der Motor stört in einem breiten Frequenzbereich seinen Müll ab. Die Antenne nimmt es entsprechend ihrem Frequenzgang auf. Was von dieser Störug in unseren Kanal fällt, bekommen wir nicht mehr weg. Da hilft nur Sendeleistung oder eine fehlertolerante Kodierung. In den Nachbarkanälen sollten wir sicher sein, dort können sich ja andere Sender befinden und das Filter sollte eine hohe Unterdrückung haben. Was passiert nun weitab des freigegeben Frequenzbereiches? Wenn das Filter dort nachlässt, sieht der Dekoder im Empfänger wieder die Störungen. An dieser Stelle könnte ein Frequenzgang der Antenne helfen. Aber wie gesagt, solange man hier nicht nachmisst, bewegt man sich auf dünnem Eis. Die Hochfrequenztechnik ist von vielen Schmutzeffekten geplagt. Oft kann man nicht sagen, welcher Effekt dominiert. Da hilft nur messen, messen, messen ...
Gruß
Stefan