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Bericht eines Auf - Umsteigers...

Verfasst: 23.08.2007, 01:41
von Al Bundy
Hallo liebe WK Auf- und Umsteiger,

da ich weiß, daß einige hier in der gleichen Situation wie ich waren, sind, oder kommen, möchte ich meine Erfahrungen weitergeben.

Warum ist es denn nun der Rex geworden? Na ja, ich könnte jetzt sagen, dass mir beim MT der Plastikkopf, beim Razor der Exklusiv -Vertrieb und beim Tomahawk das viele Alu nicht gefallen haben.
Stimmt, aber der eigentliche Grund ist, dass ich zufällig an einem Flugplatz vorbeikam und einen Rex SE aus der Nähe und in Action gesehen habe. Es war wohl Liebe auf den ersten Blick.
Außerdem hat mir da Jemand erzählt, dass die Cracks dort (die fliegen Logo 10 3D, und nicht einen Meter normal geradeaus) fast alle auch noch einen kleinen Rex haben und gerne damit fliegen.

Er kam im edlen Alukoffer, leider zu klein um ihn darin zu transportieren, aber jetzt weiß ich endlich, wo ich meine ganzen Ersatzteile hintue.
Es ist noch ein „Einser“. Die größere Kabine vom V2 gefällt mir nicht und die gesparten Euronen wollte ich lieber in „gute Zutaten“ stecken.
So habe ich das Gelesene hier befolgt und mir Servos mit Carbongetriebe (für´s Heck kommt bei Bedarf noch ein Schnelleres), einen Gy 401, einen Jazz 40-8-16 und einen SMC16SCAN geleistet, auch wenn mein Sparschwein fast in Ohnmacht gefallen ist.

Hauptrotorkopf, Heckrotor und Rahmen sind fast fertig montiert und sehen, sorry, einfach nur geil aus. Fast nur eloxiertes Alu und Carbon.
Die Rotormechanik flutscht wie Butter und ist, bis auf die Taumelscheibe, so gut wie Spielfrei.
Der ganze Aufbau ist solide, stabil und passgenau. Man muß sich nicht, wie beim 60er, Gedanken machen, wie man das Eine oder Andere verbessern kann (das ist fast schon langweilig).
Mir zwängt sich der Vergleich zwischen einem Fahrzeug östlicher Produktion und einem aus Süddeutschland auf. Für den deutlich höheren Preis erhält man auch eine wesentlich höhere Qualität.

Ist denn nun alles besser als beim DF60?
Nein!

Die Befestigung der Paddel gefällt mir nicht. Sind einfach nur draufgeschraubt und mit „Lagerkleber“ angebappt. Wie justiert man das nach einem „Autsch“???
Die Schraublösung vom 60er ist mir deutlich symphatischer, auch wenn die schwerer ist und den Vogel träger macht.

Die Landekufen haben keine Schraubbefestigung sondern sollen auch angeklebt werden.
Das werde ich NICHT tun.

Die Heckrotormechanik steht bei 0° Pitch in der Mitte, bei 5° also außerhalb und erlaubt so nicht den gleichen Weg in beide Richtungen.
Das ist beim 60er besser gelöst.


Nachdem ich mir viel Zeit für den Zusammenbau gelassen habe, kommen nun die Einstellarbeiten.
Da er perfekt werden soll, stelle ich, im Gegensatz zum 60er, die Servoärmchen mit Hilfe der Subtrimm-Funktion gerade und richte die TS penibel aus.
Den viel zu großen Pitchwert korrigiere ich mit dem innersten Loch der Ärmchen und stelle die Pitchkurve der Funke auf 0-80% = -2° - +11° .

Die HeRo-Verstellung hat ebenfalls viel zu viel Weg und muß schon alleine wegen der doofen, nicht mittigen Position enorm begrenzt werden.

Eine Servowegbegrenzung per Travel Adjust regelt die Wege zwar individuell, macht die Reaktion aber langsam.
Da ich mal gelesen habe, dass das Heck „schnell“ sein soll, stelle ich die Begrenzung am Gyro ein. Die größte Stufe reicht gerade so damit nichts anstößt.

Nun ist der große Moment gekommen, der erste „Abhebeversuch“.
Motor läuft an, viel leiser als gedacht, nix vibriert. Ich gebe mehr Gas und der H. fängt an zu schwänzeln wie ein Hering auf der Flucht.
OK, das mit dem einstellbaren Gyro über Kanal 5 kannte ich vom Wk0006 nicht. Lesen bildet.
Beim erneuten Startversuch erschrecke ich von einem lauten Gepiepse. SCHE…., Senderakku leer, soll wohl nicht sein.

Ich finde Zeit, diesen Bericht zu schreiben.

Der nächste Tag, raus zu meinem kleinen Flugplatz, mutig das Trainingsgestell weggelassen.
Der Rotor startet (jetzt weiß ich, was man unter dem Sanftanlauf des Jazz versteht), der Rex hebt ab, will etwas nach rechts drehen.
Nach nur 3 Klicks mit der Trimmung (ich traue mich das in der Luft) steht er wie angenagelt. Ich kann die Hebel fast loslassen und ersticke im Stolz, den Heli so gut eingestellt zu haben (war sicher nur Glück).

Wie fühlt er sich nun an? Mit den Paddelgewichten reagiert die TS etwas träge, ähnlich wie der 60er.
Das Heck ist allerdings 10 mal so giftig. Muß mich gewaltig umgewöhnen.
Er fliegt sehr exakt, dotzt nicht so auf und ab wie der WK. So macht H. fliegen Spass.

Jetzt lerne ich auch den GY 401 kennen und schätzen. Er hält das Heck ohne Feineinstellung (25% u. 75%, so wie in es der BA steht) im Normalmodus beim Steigen ohne Revo -Mixer besser gerade, als der Wk0006 im AVCS-Modus.

Als der Akku leer wird packe ich ein und fahre glücklich nach Hause. Ich bereue keine der Anschaffungen.


Und der arme 60er, fliegt der jetzt in die Tonne? Klares NEIN. Er wird weiterleben.
Es ist schon erstaunlich, wie verhältnismäßig gut dieses krumme, weiche, schlecht verarbeitete Ding mit den billigen Komponenten fliegen kann, wenn man ihn richtig einstellt und an manchen Stellen verbessert.

Der 60er ist eine Herausforderung, der Rex eine Freude.

Also liebe Auf- Umsteiger- Kollegen, meine Entscheidung ist gefallen und ich bereue sie nicht.
Da Ihr ja mehr Richtung MT oder Razor tendiert wünsche ich Euch Ähnlich viel Spass und Erfolg beim Aufbau und Jungfernflug.

Vielleicht animiert Euch dieser Bericht ja auch, sich doch für den einzig wahren „450er Heli“ zu entscheiden :lol: .

Duckundschnellweg

Al Bundy


Uuups, das ist ja ein halber Roman geworden :shock: .

Verfasst: 23.08.2007, 01:41
von Anzeige

Verfasst: 23.08.2007, 06:30
von hopper
Hey Al,

super geschrieben. Es ist so richtig angenehm einen sicherlich emotionalen
(..."Es war wohl Liebe auf den ersten Blick"...) wie auch sachlich ruhigen Bericht
zu lesen, in dem auch auf kleinen Macken des neuen Lieblings hingewiesen
werden und nicht alle anderen Modelle völlig niedergemacht werden (so nach
dem Motto - das andere ist ja alles Sche......). Das ist SEHR angenehm!!!!!

Vielen Dank für Deinen "Roman". Es wird in einigen Wochen eine Fortsetzung
mit dem Kapitel "Razor" entstehen, den ich im Urlaub aufbauen werde. Auch
ich kann dann einen Vergleich zu einem mittlerweile doch sehr stark modifiziertem
DF60 ziehen. Vielleicht hilft es ja andere Umsteigern bei der
Entscheidung, DEN 450er für SICH zu finden.

Ich wünsche Dir auf alle Fälle viel Spass mit Deinen Modellen und möglichst
wenig ungeplante Kontakte der Besonderen Art zwischen Heli und Umgebung! :oops:

Verfasst: 23.08.2007, 08:34
von Loki
Hallo Al Bundy,

vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht, der auch auf die Schwächen eingeht. Denke, er wird so manchen, der sich in der Entscheidungsfindungsphase befindet sehr nützlich sein ;-)

Verfasst: 23.08.2007, 09:59
von jasper07
:n107:

Verfasst: 23.08.2007, 10:13
von Deluxe1
Der Bericht liest sich wirklich super.
Dafür, dass du total von dem Rex begeistert bist, ist der Text unheimlich objektiv gehalten was wirklich nicht allzu einfach ist.

Danke hierfür. Jetzt hast du aber keine Ausrede mehr für Sonntag.:lol:

Verfasst: 23.08.2007, 10:52
von W_Else
Hallo Al,
sehr schöner Bericht :!: :n178:
Nur eine kleine Anmerkung:
Eine Servowegbegrenzung per Travel Adjust regelt die Wege zwar individuell, macht die Reaktion aber langsam.
Da ich mal gelesen habe, dass das Heck „schnell“ sein soll, stelle ich die Begrenzung am Gyro ein

Das Heckrotorsteuergestänge solltest du für die beste Gyrowirkung so weit wie möglich innen einhängen.

Grüße
Walter

Verfasst: 23.08.2007, 22:56
von Al Bundy
Hi,

danke für die Blumen :) .

Hoffe, es war einigermaßen hilfreich oder unterhaltsam.
So etwas kann man nur Gleichgesinnten erzählen :wink: .

@Walter: Danke für den Tipp. Werd´s mal so machen.

@Deluxe1: Freue mich auf Sonntag :wink: .

Gruß
Al

Verfasst: 25.08.2007, 20:32
von UnDeRtAkEr
Super Bericht, echt objektiv geschrieben. 1A! :D

Verfasst: 04.09.2007, 18:49
von hopper
Hallo alle zusammen - ich habe ja versprochen
ebenfalls einen Bericht reinzustellen, wenn ich
meinen neuen habe.

Bei mir handelt es sich um einen Razor 450Pro.
Im Grunde genommen kann ich mir einen Baubericht mit
Bebilderung sparen, da das von Grinch bereits in hervorragender
Art und Weise geleistet wurde.

Vorweg: ich habe sehr viel Spass beim Aufbau des Helis gehabt, aber auch
einige Kritikpunkte.

Zunächst zu meinen Kommponenten:

SMC16Scan
3*HS65MB und 1*AFC 11BB
LogicTech LTG2100-T
X-Fly Protection 40A mit Einzelzellenüberwachung
Align 430L 3550 KV
Kurzantenne 35 MHz

Der Aufbau ging eigentlich recht reibungslos vonstatten.

An den Seitenteilen musste ich an den Aussparungen für die
Bodenplatte etwas wegdrehmeln, da die Passung einfach zu stramm war.

Beim Einbau der Servos sollte man vorher prüfen, ob die Distanzstücke
der Bauanleitung wirklich benötigt werden - waren bei mir überflüssig.

Etwas fummelig war der Zusammenbau des Rotorkopfes, da die Lager
bereits eingeklebt waren und an zwei Stellen Scheiben eingebracht werden
mussten, die fast nicht zugänglich waren.

Die vorderen Servoarme müssen oben drastisch gekürzt werden, da sie
sonst an die Haube stossen.

Die Haube ist eigentlich mein Hauptkritikpunkt des Modells, da diese sehr
knapp in der Breite bemessen ist. Ich habe Probleme, das Balancerkabel
des LiPo's mit dem Regler zu verbinden und muss die Anschlussplatine des
Reglers ausserhalb der Haube unterbringen und somit das Balancerkabel des LiPo's verlängern.

Die Haube ist insgesammt zu knapp bemessen!!!!

Ausserdem musste ich aus Platzproblemen den Regler UNTER die Bodenplatte
verbannen, was mir etwas Kopfschmerzen bereitet.

Die Akkuauflage ist auch etwas zu kurz geraten.

Der Empfänger hat im hinteren Teil des Chassis einen Platz gefunden. Alle
Kabel konnten innerhalb des Chassis geführt werden - somit aussen kein
Kabelsalat - innen auch nicht! ;-)

Zusammenfassend ist aus meiner Sicht das Fazit: sicherlich der eine oder andere
Punkt, den ich gerne anders umgesetzt sxehen würde aber ansonsten eine
hervorragende Fertigungsqualität. - Jederzeit wieder! - Ich habe meinen 450er gefunden.

Der erste "Trockenlauf" ohne Rotorblätter war dann auch ein echtes Erlebnis.
Kein Schütteln und kein Rütteln, nichts hat irgendwie gewackelt oder geklappert.

Zu den Flugeigenschaften kann ich noch nichts sagen, da ich zunächst alle
Einstelungen vornehmen und auf besseres Wetter warten muss.

Diese Erfahrungen folgen dann noch.

Verfasst: 04.09.2007, 18:56
von hopper
Nachtrag:

auch ich komme wie Al vom DF60 und werde ihn weiter fliegen, zumal ich
noch vorhabe einen Bell-Rumpf aufzubauen und diesen Heli zum Scale-Fliegen
einzusetzten. Immerhin ist dort mittlerweile ein CNC-kompatibler Kopf, ein
Baumarkt-Heckrohr und ein NXG2 verbaut!

Jezt fliegt das gute Stück auch so, wie ich mir das vorgestellt habe.

Verfasst: 05.09.2007, 13:54
von Out of Control
Hallo Hopper,

das mit der Haube stimmt,etwas eng und vor allem etwas dünn :roll:

Ich habe die Haube deshalb mit CFK-Rovings verstärkt (einfach mit Sekundi einkleben),die ist jetzt extrem stabil :lol:

Den Regler habe ich übrigens auf der linken Seite angebracht,musste nur die Haube etwas ausschleifen.

...kleines Video vom Testflug nach Crash,guckst Du:

http://www.rcmovie.net/view_video.php?v ... d504355e72

Verfasst: 05.09.2007, 14:20
von hopper
Sehr schön geflogen. So stellt sich das wohl jeder vor :-) :ylsuper :n158:

Verfasst: 05.09.2007, 23:43
von Al Bundy
Hallo Hopper,

danke für den ebenfalls sehr objektiven Bericht.
Es freut mich, daß auch Du mit Deiner Entscheidung zufrieden bist.
Oftmals sind es die kleinen "Schwächen", die eine von Grund auf gute Sache erst so richtig symphatisch machen :wink: .

Ich wünsche Dir viel Freude und Erfolg bei Deinem "Jungfernflug".

Gruß
Al